Entscheidungen treffen? Der Systemische Ansatz.

Aktualisiert: 3. Mai


„Im Grunde ist es mir viel lieber, ein anderer nimmt mir die Entscheidung ab...“ „Ich lasse mich lieber kündigen, satt das selbst zu tun…“ oder „Bleiben wir lieber zuhause oder gehen wir essen? Entscheide bitte du!“


Warum fällt es uns oft so schwer, eine Entscheidung zu treffen?🤔


Die Grundhaltung ist bei oben genannten Zitaten aus einigen Coachings sehr passiv. Wir geben die Verantwortung ab, statt proaktiv eine Meinung kundzutun, eine persönliche Entscheidung zu treffen, hinter der wir stehen, selbst wenn sie dem/der anderen nicht passt.


Treffe ich aber, wenn ich mich enthalte, nicht auch eine Entscheidung?


An dieser Stelle soll zwischen Können und Wollen unterschieden werden.


Wenn ich keine Entscheidung treffen kann, fehlt meist Klarheit über:

  • das, was ich wirklich will

  • die eigenen Bedürfnisse

  • die tatsächliche Tragweite & Auswirkung meiner Entscheidung (oft liegen hier irrationale Ängste & Befürchtungen verborgen)

  • das Vertrauen in die eigene Entscheidungs- und Problemlösungskompetenz

  • eine verhältnismäßige & realistische Gewichtung der Reaktionen und des Einflusses direkt Beteiligter oder des weiterführenden Umfelds („Was werden die anderen sagen?“)

Wenn ich keine Entscheidung treffen will, fehlt meist:

  • das wirkliche Involvement (evtl. ist es mir auch tatsächlich egal?)

  • die Bereitschaft, die Konsequenzen meiner Entscheidung tragen zu wollen

  • der Mut, Fehler zu machen

  • die ‚Scheißegal-Haltung‘ in Bezug auf die Reaktionen der direkt Beteiligten oder des weiterführenden Umfelds („Was werden die anderen sagen?“)

Wir entscheiden uns täglich. Unzählige Male. Ich möchte nicht ständig so dreinschauen, wie auf dem Bild ;) und gehe deshalb auch selbst in den Dialog. Mit Kollegen, meinem Partner, Menschen, deren Perspektiven ich schätze.


Aus meiner persönlichen Erfahrung mit der Arbeit an Entscheidungsfreude & -findung stehen in meinem Coachingansatz deshalb im Fokus:

  1. Klarheit & Struktur innerhalb der Systeme.

  2. Aufräumen der eigenen Unsicherheiten.

  3. Herausarbeiten der tiefliegenden Bedürfnisse & deren Kommunikation.

  4. Visualisierung und Reflexion bereits getroffener Entscheidungen („Wann hat das schon einmal funktioniert?“).

  5. Betrachtung verschiedener Optionen, neue Wege zu gehen (beruflich wie privat – denn oft blockiert uns nur der eine Lebensbereich, bedingt dennoch den anderen negativ).

  6. Betrachtung unterschiedlicher Perspektiven, besonders im Hinblick auf die möglichen Konsequenzen der Entscheidungen.

  7. Pro/Contra nach Konkretisierung.

  8. Übergeordnet: Entwicklung eines gesunden Egoismus (Arbeit an Selbstbewusstsein & Selbstvertrauen).



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