• Johanna Rossmanith

Wie leicht fällt es dir, zuzuhören & wirklich verstehen zu wollen, statt sofort zu ‚kontern‘?


Wer kennt ihn nicht den leicht genervten, maximal milde lächelnden, Ausdruck des Gesprächspartners oder den Drang dem Gegenüber wortwörtlich an die Gurgel zu springen, da man sich einfach nicht verstanden fühlt?


Meistens denken wir innerlich: ‚Ja klar, ich bin ein guter Zuhörer‘. Doch wie oft entstehen in Unternehmen, in Teams, grundsätzlich in zwischenmenschlichen Beziehungen, Konflikte aufgrund des ganz einfachen ‚Nicht-Verstanden-Werdens‘, fehlender Nach- und Rückfragen und vorschneller Bewertung und (Re-)Interpretation?


Es ist nicht ganz so einfach, wie man manchmal denkt, WIRKLICH genau zuzuhören, nachzufragen und zu verstehen. Überhaupt die Geduld aufzubringen und sich nicht seltsam dabei vorzukommen, noch einmal eine Verständnisschleife zu drehen, kann uns daran hindern, unser Kommunikationsverhalten zu verbessern und sowohl auf der Inhalts- als auch Beziehungsebene Klarheit (über evtl. Aufgaben & Ziele) und Zufriedenstellung bei beiden Gesprächsparteien sicherzustellen.


Im Coaching ist diese Art der Gesprächsführung wohl die wichtigste Methode, in einen guten Kontakt zu kommen, gemeinsam klare Ziele zu erarbeiten und sich als Coach auch immer wieder abzusichern, ob man seinen Klienten auch WIRKLICH richtig verstanden hat und nicht vorschnell ‚weitermacht‘. Doch nicht nur im Coaching, auch bei der ‚Auftragsklärung‘ oder einem privaten Konflikt kann ‚Aktives Zuhören‘ enorm entlastend und zielorientiert wirken und so zu einer wertschätzenden und oft engagierteren Beziehung – ganz gleich welcher Art – führen.


Probiere die Übung doch selbst einmal ganz bewusst aus und schreib mir gerne dein Feedback dazu :).

Wie gut kannst du rein inhaltlich zuhören?

Übung 1: Schnapp dir einen Partner und lass dir ein einfaches Erlebnis schildern (Richtwert: max. 3-5 Sätze). Versuche chronologisch und inhaltlich möglichst genau alles wiederzugeben. Versuche hierbei NICHT! zu interpretieren, zu werten oder die gefühlte Stimmung deines Gegenübers zu spiegeln.

Ziel: Hole dir möglichst viele ‚Jas‘ ab (im Sinne von Kopfnicken, Mimik, Gestik etc.).


Beispiel:

Partner A: „Ich hatte eine so unglaublich anstrengende Woche, ich kam überhaupt nicht zum Durchatmen, da ich nur noch von A nach B renne, ständig über 12 Stunden arbeite und nicht mehr weiß, was ich hier eigentlich mache…“


Partner B: „Ich habe verstanden, dass du eine unglaublich anstrengende Woche hattest, überhaupt nicht zum Durchatmen kamst… (Tempo raus!), da du nur noch von A nach B rennst…, ständig über 12 Stunden arbeitest und du nicht mehr weißt, was du hier eigentlich machst… Ist das richtig?“

Wie gut verstehst du, was auch auf emotionaler Ebene gesagt wird?

Übung 2: Lass dir das Erlebnis erneut schildern und versuche hierbei nun noch genauer hinzuhören und die gefühlte Stimmung deines Gegenübers zu spiegeln (Hypothesenbildung, die wiederum zwingend zu überprüfen ist!)

Ziel: Hole dir möglichst viele ‚Jas‘ ab (im Sinne von Kopfnicken, Mimik, Gestik etc.).


Beispiel:

Partner A: siehe oben.


Partner B: „Ich habe verstanden, dass du eine unglaublich anstrengende Woche hattest, überhaupt nicht zum Durchatmen kamst… (Tempo!), da du nur noch von A nach B rennst…, ständig über 12 Stunden arbeitest und du nicht mehr weißt, was du hier eigentlich machst… Habe ich richtig verstanden, dass du dich im Moment überfordert (ausgebrannt, etc.) fühlst?“ (Unbedingt ‚Ja‘ abwarten! Und eine nächste weiterführende Hypothese bilden. Ziel: dein Ggü. beschreiben und den Zustand verdeutlichen lassen.) „Und sehe ich das richtig, dass du gerade ein bisschen mehr Klarheit gebrauchen könntest?“ (o.ä.).


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